Das WGT!


a click for big

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Freude und wage Hoffnung lagen warscheinlich nicht nur bei mir eng bei einander. Umso erfreulicher das die Organisation so gut geklappt hat. Ich errinnere mich nur zu gut an die Bändchenschlachten der letzten Jahre. Keine übermäßigen Schlagen vor den Konzerten, nur die Preise für Trank und Speis´ ließen mich etwas blaß aussehen (ich als armer Student). Anonsten war es gerade zu perfekt, die Leute, die Konzerte, tja alles halt eben. Nur das Wetter wollte irgendwie nicht so... Macht nix ich komme mächstes Jahr trotzdem wieder... Edy

Edy!






Also, ich muß ja mal sagen bravo ihr versteht es die Leute auszunehmen wie ein paar Weihnachtsgänse. Ich finde es die absolute Abzocke mit dem was ihr euch an den Halleneingängen und den Zeltplätzen geleistet habt. Es kann doch wohl nicht angehen das man gezwungen wird Lebensmittel, die wie der Name schon sagt lebensnotwendig sind, abzugeben oder in sich reinzustopfen nur damit drin ordentlich Kasse gemacht werden kann. Auf den Zeltplätzen durfte, ab den zweiten Tag, kein Bier mehr mit reingenommen werden (ein Bier ist auch eine Mahlzeit).Auch die 3,-DM für´s kalte duschen finde ich frech. Ich weiß ja nicht wie Ihr finanziell gestellt seid, aber es gibt tatsächlich Leute die an der Finanzierung der Eintrittskarte, Anreise-, Zelt- bzw. Hotelkosten genug zu knappern haben. Da wird ihnen auch noch der Verzehr ihrer eigenen Lebensmittel verweigert. Und ihr könnt ja nun wahrlich nicht behaupten das eure Lebensmittel günstig waren, vom Bier will ich gar nicht erst reden. Wenn jemand 4 Tage bei euch essen und trinken tut ist er mit Sicherheit um 300,00 DM ärmer. Und da die Veranstaltungsorte zum Teil erheblich weit vom Zeltplatz weg sind kann ja wohl nicht erwartet werden wegen jeder kleinen Brotscheibe zum Zeltplatz zu fahren. Selbst 3 kleine Kekse (Nervennahrung und Hungerreserve) die ich eigentlich auf den Wegen vom Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort essen wollte mußte ich mir reinquälen. Hättet ihr in den Musikhallen: "Der Verzehr von mitgebrachten Lebensmitteln ist untersagt" geschrieben wäre es, denke ich völlig ausreichend gewesen. Aber einem die Tagesration aus den Taschen zu ziehen ist absolut der Preis der goldenen Nase Wert. Glückwunsch... Die Ordner konnten einem ja nicht mal garantieren die Lebensmittel anschließend wieder zu bekommen. Was dann wieder akzeptabel gewesen wäre. Aber wahrscheinlich wußten sie genau warum sie es nicht versprechen konnten oder durften. Gut ich denke Ihr habt nicht soviel Zeit um eine E-Mail zu lesen denn es werden sicher noch viele Beschwerden kommen. Aber ein Lob sollt ihr dennoch erhalten. Es haben super Bands gespielt und die Toiletten waren immer sauber. Nächstes Jahr komme ich trotzdem wieder, und dann schmuggle ich in meinem BH Äpfel in meinem Haar Lakritzstangen und wenn ich nicht satt werde knabbre ich an eurer Innenausstattung.

Silke!







Seid gegrüsst dunkle Wesen.



Ich bin der Römer, und dieses war mein erstes WGT.

Die zeit läuft, es ist Donnerstag: die letzten Vorbereitungen werden noch getroffen. Supermarkt plündern, Vorräte rann schaffen, und ui jetzt aber schnell noch nen´Zelt besorgen. Doch mit etwas Glück, wird am Vorabend, schnell noch eins besorgt. 22.00 Uhr: so nun schnell noch mal online, wer weiss, vielleicht treffe ich ja noch jemand der mit fährt oder Leute mit denen ich mich während des (Treffens) treffen kann. 00.00 Uhr: nun geht´s los, der motorisierte Esel ist voll bepackt, die Zigaretten liegen vorpräpariert neben den noch schnell aufgenommenen Tapes. Der erste Energie-Drink wird runter gespült und ich nähere mich der deutschen Grenze. Die deutschen Sprit-Preise sind mir zu hoch, und so wird an der Tanke, schnell noch die Luft aus dem Tank gelassen. Es geht weiter - danach - erste Pause, Kaffee und Energie-Drinks und schnell noch mal auf den Topf. Einen Blick in den Spiegel und wieder weiter, ich möchte die meisten Kilometer vor dem morgendlichem "alltags- Berufsverkehr" hinter mir haben. 06.00 Uhr: kurz vor Leipzig wird wieder getankt, ich sehe den ersten Schwarzen, doch weder "hallo" noch "ein freundliches lächeln" werden gewechselt. Die Autobahn erwacht aus ihrer Nachtruhe und der Verkehr nimmt rasant zu.
Kurz vor 09.00 Uhr: Einfahrt Leipzig, boooaah, riesen Stadt, wo finde ich hier den Hauptbahnhof? Naja, nach "Wegbeschreibungen" der netten verschlafenen Leute die man so fragt, und viel Glück, finde ich Ihn dann doch noch recht schnell. Jetzt Parkplatzsuche, "Augustusplatz".



Erster persönlicher Kontakt mit Leipzig, ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein grosser für mich. Erster Gedanke, wo ist das Klo, und ne´ Dusche? Die Stadt fängt an Farbe zu bekennen, verstreut, jedoch die Präsenz von Gleichgesinnten wird zunehmend grösser, je näher ich dem Bahnhof komme. Das "Touristen-Infobüro", ist noch geschlossen jedoch nicht mehr lang, und so werden erste Eindrücke und Gespräche gesammelt. Das mit der Dusche war mir, nachdem man mich am Bahnhof, unfreundlich darauf hingewiesen hat: "das müssen sie aber zahlen"............ein Lächeln wert, anders kann ich jetzt nicht auf dieses Antworten, denn ich lasse mir meine Laune nicht vermiesen. Danach weiter zu Agrargelände, die Securitys werden freundlich begrüsst: "Hallo ich bin der Römer aus Luxemburg!", mit der Bestätigungsmail, in der Hand "Wo finde ich hier den Parkplatz?" - man zeigte mir den Weg, keinen interessierte es ob ich einen Park-Ticket habe oder nicht. Mmmh so fühlt man sich wohl, eine grosse Familie, alles nur kein Stress, und mache mich zu Fuss weiter um mir meine Tickets abzuholen.



Ne´Stunde später, Zeltplatz suche: nicht ganz leicht hier noch was zu ergattern, jedoch beim zweiten Anlauf gelingt es, und ich finde beim Ausgang, unweit vom "Heidnischen Dorf" noch ein nettes Plätzchen. Ziemlich weit vom Auto, und nun, mühsames ran schleppen, meines Plunders. "Nächstes Jahr wird ne´ Schubkarre mitgebracht" jetzt fängt´s auch noch mit regnen an, "danke Herr". Zeltaufbau: Hammer vergessen und dazu, wenig handwerkliches Geschick, macht das Leben nicht gerade einfacher. Jedoch erbarmen sich meine netten Nachbarn, mit einem breiten grinsen im Gesicht um mir zu helfen. Ruckzuck, steht das Zelt, dann kam der Dank: hochprozentiges, soll sie entlohnen, und erste Bekanntschaften werden gemacht. danach geht´s zusammen zum Supermarkt, schnell noch "flüssige Freude" einkaufen, dann Party und wieder kennen lernen. Das Bändchen besorgen: Angetrunken und müde schleppt mich ein nettes Mädchen zum Stand, danach zieht der Schleier des Alkohols über mein Gedächtnis.



Der erste Morgen: ui-jui-jui, war ne´ wilde Party ;-). Frühstück: die ersten Gesichter, kucken aus ihren Zelten, es nieselt und die ersten Freunde kommen mich besuchen. Hilfsmittel, versüssen meine Laune. Das nette Mädel von gestern, hmm war ich gestern zu aufdringlich? Allen Anscheins nicht, denn sie lädt mich ein mit ihr und ihrer Freundin, zur Morizbastei zu gehen. Letzte Dusche ist mir nicht mehr in Erinnerung, also komme ich nach wenn ich fertig bin. Die Mädchen gehen vorrann und ich warte auf ne´ freie Dusche. "Nur noch kalt duschen möglich!" nein danke, und dafür anstehen und 3 Mark berappen, nicht mit mir - zurück zum Zelt, zweites Frühstück einnehmen.



Die Strassenbahn: fahren wir mal dahin wo sie alle hin fahren. Danach den Massen folgen, und Leute fragen wo es den bitte zur Moritzbastei geht. Rumirren, Leute fragen, und dann doch nichts finden. Nach paar Stunden geb ich´s auf - heute nix mit Morizbastei. Strassenbahn, und zurück. Zwischenstop "Werk 2" naja viel Gedränge, und ne´ Band die mir zeigt, dass es doch noch gute Musik gibt. Ich hänge mich an jemands Färsen, " an den netten Gruft mit dem ich Kaffee trank, im Werk 2 ": schade dass wir uns nicht wieder gesehen haben. Nach einiger Zeit machte ich mich dann zurück zum Agrar (dachte ich und stieg in die falsch Bahn). Nach einer Weile war ich dann der einzige "schwarze", Begegnung mit "Glatze" jedoch war er allein und so hatte ich nichts zu befürchten. Dann Entstation, bitte alle aussteigen. Sch.... wo bin ich nun wieder? Nächste Bahn wieder zurück, und wieder den Massen folgen. Zelt erreicht, uff, jetzt ne Pause.



Abends Party im Heidnischen Dorf, mit den Begleiterinnen, naja wieder zu viel "Freudensaft" geschlürft, und Schleier. Zweiter Morgen: ein Fahrzeug brummt her ran. Security, bitte nicht mehr so nah an mein Zelt fahren! O.K.? Frühstück, und Katzenklo, danach? Schleier! Das nette Mädchen und ich sind jetzt ein paar, und wir ziehen den Rest des Treffens nur noch zusammen durch die Gegend, und wenn man nicht gerade unterwegs war, dann kamen Freunde zu Besuch, mein Zelt wird zum Treff der Nachbarschaft, was mich sehr freut. Immer was los beim Römer ;-) ! Die Nächte werden gefeiert und ich schlafe nicht mehr allein "Römer glücklich".



Den genauen Ablauf der restlichen Tage, Hmmm ? Naja, da sich jeder auf ne´ Dusche freute, sind wir dann eines Abends, zu Bekannten ins Hotel und machten dort Party. Morgens, schlichen "meine Freundin und ich" zurück zum Treffen-Gelände, sch.... Kälte, sch... Regen. Angekommen, begegnen wir einer Schlägerei, da ich zu Hause, im Rettungsdienst bin, wird schnell nachgeschaut ob was ernstes passiert ist, danach Begegnung mit einem angetrunken Punk auf dem Parkplatz. Er liegt im Regen und versteckt sich vor den Securitys, naja Leute gibt´s. Als danach noch ein Auto in ne´ Menschenmenge rasste, (ob was passiert ist ? keine Ahnung!), hatte ich es dann satt und wir gingen zum Zelt. Nachmittags Shopping, und Musi. Naja alles weiss ich nicht mehr so genau, jedoch hat es mir riesen Spass gemacht, auch wenn man das eine oder andere noch hätte besser machen können, allgemein war es ein sehr schönes Treffen. Nächstes Jahr werde ich wegen "Zeltplatz" Reservierung einen Tag früher hin fahren (ich werde versuchen den platz beim Baum "meine Freunde wenn ihr das lest" ihr wisst wo ich meine) zu ergattern. Die Morizbastei hab ich dann irgendwann auch noch gesehen, "beeindruckend".



Dienstag: Abschied, wann sehn wir uns wieder? Und heute scheint auch die Sonne wieder. hmmm
Abfahrt: Letzte Adressen ausgetauscht, dann geht´s los. (Wäre noch zu euch gekommen... Hannes und Co.) hab mich jedoch verrannt und war heil froh als ich wieder in die richtige Richtung gefunden hatte, (man sieht sich spätestens nächstes Jahr wieder). Ich hab dann noch einen Umweg gemacht, 200km und kein Geld in der Tasche, und da der Sprit sich dem Ende neigte, ging es danach nur noch mit 90 km/h über die Autobahn, die Landstrasse dann nur noch mit 60 km/h, im fünften Gang. Mit dröhnendem Auspuff und letztem Tropfen Sprit, kam ich dann zu Hause an.



An all meine Freunde: Ich hoffe dass wir noch viele Treffen gemeinsam feiern. Wenn ihr mal in der Nähe seid, mailt mir, es würde mich freuen, euch zu beherbergen.
An meine östreichen Nachbarn: Nächstes Jahr werden wir mal öfters was zusammen unternehmen, ich hab schon paar nette Fotos bekommen, wo war ich da nur wieder? ;-)
An meine bayrischen Nachbarn: Ich schrieb absichtlich nicht alles hier hin :-), muss ja nicht jeder alles wissen. Ich freue mich auf baldiges Wiedersehen.
An Kathy: Leider hab ich deine Fotos noch nicht bekommen. Vielen, vielen Dank für die Benutzung deiner Dusche - bist ein Kumpel ;-).
An alle die dies lesen: Na, neugierig? Dann kommt doch nächstes mal vorbei. Ihr habt was verpasst, wenn ihr gefehlt habt.
An Grotte: Danke für die Veröffentlichung - ich hoffe dass wir uns nächstes Jahr mal sehn, ich geb ne´ französische Flasche zum besten. (Chateauneuf du pape) ;-)





Dark Greetings, der Römer.


Infos zum Römer!







"Ihr habt doch alle ne Laufmasche...."

Das 10. WGT zu Pfingsten in Leipzig. Eine verzückt, kritische Betrachtung.


Donnerstag. 31.05.01

Schon während meiner nachmittäglichen Anreise gibt es die ersten, lächelnden, erkennenden Blickkontakte. Bitterfeld: Früher wurden hier am Bahnhof Gasmasken und Sauerstofflaschen verteilt. (Hahaha!) Heute suche ich vergeblich nach einem Zigarettenautomaten der "Lucky Strike" führt.
"Na auch zum großen Treffen?"
Kurzer Blick nach unten auf die Klamotten.
"Klar sieht man doch oder?"
In Leipzig angekommen, wird man gleich von einer einmaligen Stimmung ergriffen, die sich die nächsten Tage noch steigern sollte. Noch sind recht wenige da. Aber immer wieder ertönt das sanfte Klingeln von Glöckchen, tauchen schwarzgekleidete Gestalten auf. Man sieht sich an, mit dem klaren Blick der Erkenntnis. "Aha, der/die ist auch deswegen hier..." Die Leipziger werfen einige erstaunte Blicke. Drehen sich teilweise noch um. Aber auch das wird sich ändern.
Noch ist alles normal.
Das gewohnte Bild. Ein paar "Verrückte" und ansonsten alles wie immer. Ich treffe mich mit Karsten in seinem schwul/lesbischen Vereinslokal "RosaLinde". Ein netter Laden. Angenehm nüchternes Styling. Der wahrscheinlich einzige Ort, der die nächsten Tage unbefleckt bleiben wird. Erstens liegt das Café versteckt in einer Einkaufspassage, und außerdem sind die "Tunten" den Gothics gegenüber äußerst skeptisch eingestellt, wie mir Karsten erzählt.
Was ich nicht verstehe, da ich in kaum einer "Szene" soviel Toleranz gegenüber Schwulen erlebt habe wie hier. Man redet einfach nicht drüber. Jeder ist so wie er ist und damit basta! Wir reden über die Möglichkeit für mich, hier mal ne Lesung zu veranstalten, was ich natürlich gut finde.
Dann beginnt das Programm.
Natürlich muß Karsten noch diverse Sachen einkaufen. Lebensnotwendige Dinge.
Wir entern einen Drogeriemarkt so in der Art von "Schlecker". Karsten sucht seine Grundbestandteile zusammen. Schwarze Haarfarbe, helles Make Up, Kajalstift und...
"Haben sie auch schwarzen Nagellack?"
Eine Frage die normalerweise, mindestens zu einem erstaunten Hochziehen der Augenbraue führt. Nicht in Leipzig. Nicht zu Pfingsten!! "Klar!", die Verkäuferin zeigt lächelnd auf das Regal. "Wir haben uns doch extra eingedeckt!"
Es hat begonnen.
Die nächsten Stunden verbringen wir mit rauchen, den Versuchen meine Lieblinge per Handy irgendwo auf der Autobahn zu erreichen, Karsten die Haare zu färben, wobei ich mir gnadenlos die Finger und ihm den Hals einsaue... Zwischendurch liege ich auf der Couch rum und kämpfe mit meinen Kopfschmerzen. Immer noch erkältet.
Schaufel tonnenweise Vitamin C Pulver in mich rein. Ich will keine Medikamente mehr nehmen!!
Irgendwann gegen 22.30 haben wir endlich alle erreicht. Wir verabreden uns an einer Tankstelle in Leipzig. Karsten, ein Bekannter von ihm aus Marburg und ich, quetschen uns in Karstens wunderbaren Trabbi und düsen los. An der Tankstelle angekommen fallen wir uns selig in die Arme. Oliver ist von der Fahrt im Wohnmobil ziemlich fertig, aber trotzdem glücklich.
Die "Stolzes Herz" Bagage ist vollzählig.
Noch einmal in die "RosaLinde" nen Kaffee trinken. Die Blicke sind jetzt schon skeptischer. Immerhin sind wir alle zusammen acht schwarzgekleidete Frauen und Männer. Karsten schon perfekt aufgestylt. Außerdem sind wir laut und albern.
Auch das wird sich die nächsten Tage noch steigern.
Dann verabschieden wir uns zunächst einmal von Karsten und seinem Freund, erklimmen das Wohnmobil und machen uns auf die Suche nach dem AGRA Messegelände, was in der nächtlichen Stadt und der Unkenntnis unsereins ne Weile dauert.
Wir parken am Straßenrand vor einigen, netten Einfamilienhäusern und gehen schlafen.


Freitag 01.06.01

6.30 Uhr klingelt der Wecker.
Es wird noch mal stressig und hektisch. Kaffee trinken, ein paar Zigaretten dann geht's los.
Kommt man auf den Parkplatz?
Nein!
Dafür braucht man ne Parkvignette.
Bevor wir die kaufen müssen, kommt Cindy auf die Idee, einfach ihre zu holen, die ihr als Mitglied von "Illuminate" zusteht. Wir folgen der seltsamen Ausschilderung Leipzigs, in Richtung Flughafen, welche uns eine schöne Stadtrundfahrt verschafft.
Olli ist genervt.
Ich glaube er hat einfach keinen Bock mehr zu fahren. Mir dröhnt immer noch der Schädel. Ich esse eine Banane und zwei Aspirin. Am Hotel angekommen, in dem einige der Musiker wohnen holt sich Cindy einen orangefarbenen Zettel.
Hätte ich das früher gewußt.
So ein Teil hätte ich auf Arbeit in tausendfacher Ausführung anfertigen können.
Zurück zum AGRA.
Gut, mit dem Zettel kommen Olli und Cindy auf den Zeltplatz. Wir anderen tauschen unsere Karten gegen die Armbänder ein. Es wird langsam voll.
Aus den Straßenbahnen strömen schwarze Massen, die gegenüberliegende Tankstelle ist auch schon geflutet. Viele stellen sich an der Kasse an, wobei nicht abzusehen ist, wann diese öffnet.
Ich habe das ungute Gefühl, das wir nicht alle mit einer einzigen Obsorgekarte auf den Zeltplatz kommen. Also im ungünstigsten Fall Abends von den Sicherheitsleuten abgewiesen werden. Ein tolles Wohnmobil haben, welches unerreichbar hinter dem Zaun steht.
Diese Vermutung wird mir von einem Ordner bestätigt. Also schnappe ich mir Olli und wir gehen raus um uns in die unendliche Schlange an der Kasse einzureihen.
Die meisten Leute sehen müde aus und sind schon etwas abgenervt. Vollgepackt mit Zelten und Schlafsäcken, stehen sie schon seit Stunden hier an. Keiner weiß wann die Kasse öffnet.
Immer wieder fallen Tropfen vom Himmel. Irgendwann schieben sich ZWEI Schalterfenster auf und nun werden Karten verkauft.
Nach ca. 1 Stunde warten, kaufen Oliver und ich noch fünf Obsorgekarten und kehren auf das AGRA Gelände zurück. Erneute Leibesvisitation durch die Sicherheitsleute. Ein Vergnügen, das wir die nächsten Tage noch unzählige Male über uns ergehen lassen. An der Schlange hinter dem Tor zum Zeltplatz tauschen wir unsere Obsorgekarten gegen neue Bändchen um, und ab jetzt haben wir ungehinderten Zutritt zu allem was das WGT so zu bieten hat. Veranstaltungsorte, Toiletten, öffentliche Verkehrsmittel...
Wir versammeln uns alle im Wohnmobil und genießen ein kleines Frühstück. Krabbensuppe, Brot, Quark und der obligatorische Kaffee. Bei Ollis Kaffeekonsum könnte man über einen "Stolzes Herz Espresso" nachdenken. René bietet an, im Falle das Oliver eines Tages an der Spitze der Charts steht, das gesamte Merchandising zu übernehmen. Nach dem Essen machen sich Olli, Nicola, Cindy und Sandra auf, die Stadt und ihre Angebote zu erkunden, während René und ich in den Schlafstellen verschwinden um einem ausgiebigen Mittagsschlaf zu zelebrieren. Ein Fehler!!
Denn beim Erwachen stellen wir fest, dass Olli den Schlüssel mitgenommen hat, und man das Gefährt nicht ohne diesen verschließen kann. Wir sind gefangen! Also nutzen wir die Gelegenheit uns neben Albernheiten zum ersten Mal seit wir uns vor vier Wochen im "Flash" in Simmern kennengelernt haben auch ernsthaft zu unterhalten.
Zwischendurch spaziert auch Karsten mit einer Gruppe von Leuten vorbei, den ich fast nicht erkannt hätte. Er ist inzwischen, so wie fast alle anderen, völlig aufgestylt...
So viele schöne Menschen!!!!
Stunden später kehren die anderen zurück... Nein! Wir sind nicht sauer! Die Hygenesituation ist auf Zeltplätzen nach meinem Empfinden, nun sagen wir, immer etwas fragwürdig, also beschließen René und ich zum Leipziger Hauptbahnhof zu fahren, da gibt es einen "McClean".
Die Stadt gehört inzwischen den Gothics.
Egal wohin man kommt, sie sind überall!
Das Bild ist irgendwie verkehrt.
Zwischen Massen von gestylten, geschminkten, schwarzen Jüngern, verirren sich hin und wieder einige "Normalbürger".
Doch die Stimmung ist gelöst.
Alle schauen fröhlich. Kaum einer starrt entsetzt. Man schaut die "Schwarzen" wohlwollend und zuvorkommend an, wünscht noch viel Spaß oder fragt zaghaft ob man denn vielleicht fotografieren dürfe. Was sich das eitle Pack natürlich nicht nehmen läßt. Aber es ist genau diese Stimmung welche die Stadt jetzt ausmacht. Die Gothics sind in der Überzahl, kein Wunder bei ungefähr 25000 tausend erwarteten Besuchern, und die Leipziger haben sich nach zehn Jahren an das alljährliche Pfingstspektakel gewöhnt.
Überall wird gelacht, Witze gemacht...
"Gothics lachen nicht!"
"Sonne macht albern!"
Natürlich gibt es hin und wieder, die ganz harten, mit dem bösen Blick und dem "Ich trage den gesamten Schmerz der Welt mit mir rum" Ausdruck in den Augen.
Aber mit den meisten kommt man schnell ins Gespräch, es wird rumgealbert. News ausgetauscht.
"Wo kommt ihr her? Zu welchem Konzert wollt ihr? Wo geht es zur Parkbühnen?"...
René und ich statten dem "McClean" einen Besuch ab, und diesen Laden werde ich in den nächsten Tagen wie einen alten Freund wieder begrüßen. Zu jeder Tageszeit trifft man hier Unmengen von Grufties die sich duschen wollen. Die Klofrauen sehen alles gelassen, es wird auf keine Anstandsregel mehr geachtet. Frauen sitzen auf der Männertoilette um sich zu schminken und natürlich umgekehrt.
Während unserer Tour durch die Stadt, verteilen René und ich "Stolzes Herz Flyer" was auch einige nette Reaktionen erzeugt. Olli hat gar nicht sowenig Fans wie er immer denkt.
"Was spielen die hier?"
"Nein Oliver spielt nicht auf Festivals, weil er keinen Bock hat in der Mittagshitze als zwanzigste Vorband von irgendeinem Topact zu spielen, während das Publikum Mittagsschlaf hält oder einen Imbiß zu sich zu nimmt..." Mit Hilfe der Wahnsinns Erfindung der Handys bleiben wir alle in Kontakt und treffen uns Abends am Wohnwagen wieder. René, Sandra und ich beschließen auf dem AGRA zu bleiben, da ich mir gerne CINEMA STRANGE und die anderen BLUTENGEL ansehen wollen. Der Rest verschwindet wieder in den unendlichen, schwarzen Fluten, die sich über Leipzig ergossen haben.
CINEMA STRANGE:
Drei durchgeknallte Amis, mit bunten Irokesenfrisuren und zerfetzten Klamotten, spielen psychedelisch dahin träumend auf ihren Gitarren, während sich der Sänger klagend auf der Bühne windet.
Die Stimme ist schon faszinierend, aber irgendwie finde ich sie auf Platte besser. Live erscheint mir alles ein wenig uninspiriert und fast gelangweilt. Nur ein bunter Drogenrausch, zwischen wabernder Elektronik, flirrenden Gitarren und dem Klagegeheul des Sängers, dass für mich nun absolut nichts mit Sopor Aeternus zu tun hat.
Egal.
Den meisten gefällt es...
Die nachfolgende Performance möchte ich nicht näher erläutern, da sie mich gelangweilt hat und ich deswegen auch nicht viel mit bekommen habe. Ich war anderweitig beschäftigt.
BLUTENGEL:
Der erste, exklusive Livegig.... Und der war super.
Ein paar futuristische Metallgestelle auf der Bühne, zwei wunderbare Sängerinnen, mehrere Tänzerinnen, Feuer und ein Sänger der ebenso zu überzeugen wußte. Harte EBM Rhythmen mit schönem Gesang und super Melodien, welche die Halle schnell zum Kochen brachten.
Tanzen, tanzen, tanzen.
Gothics haben eben doch Spaß!
Wir treffen uns spät in der Nacht am Wohnmobil wieder und beenden den Abend, so wie man ihn halt beenden muß. Noch etwas trinken, ein bißchen Unfug erzählen, knuddeln und im Bett verschwinden...


Samstag 02.06.01

Nach drei Stunden Schlaf, so gegen 6.30 Uhr reicht es!!!
Ununterbrochen seit gestern Nachmittag dröhnt von nebenan, laute Musik. Zugegeben, die Mischung ist gut, der Klang verblüffend... was bei einer riesigen, in einem alten VW Bus und mit Dieselagregat betriebenen Anlage kein Wunder ist...
Aber es reicht!!
Nach nur wenigen Stunden Schlaf versuchen wir die Inhaber der Soundkanone doch zu etwas Ruhe zu bewegen, was aber erst nach dem mehrmaligen Eingreifen der Securityleute gelingt.
Schnell noch versuchen ein paar Stunden Schlaf zu gewinnen.
Wir sind jetzt als Spießer verschrieen.
Später teilen wir uns wieder auf.
Sandra, René und ich zeihen erneut los. Flyer verteilen, Straßenbahn fahren, Leute anquatschen. René erklärt einem Pärchen im ernsten Ton, tiefer Überzeugung, dass er heute morgen von Marylin Manson mittels eines Hammers, den er ihm auf den Kopf schlug, geweckt wurde. Ich weiß nicht was die Beiden davon halten... Wir haben uns jedenfalls halb tot gelacht. Der tägliche Besuch von "McClean" bewegt mich zu der Äußerung, dass es neben dem Rad und der Atombombe nur eine wirklich bahnbrechende Erfindung in der Menschheitsgeschichte gab: Hakle Feucht!!!
Wir statten der Moritzbastei einen Besuch ab. Ich bin ein wenig enttäuscht, da ich immer dachte das wäre eine richtige Burg.
Auf dem sogenannten Mittelaltermakt, wird Schmuck, vor allem kleine Glöckchen, die eh an jedem dritten Schuh bimmeln, Honigwein und Patschoulie feilgeboten.
Zwischen den Massen an perfekt gestylten Gothics immer wieder, ganz "normale" Leute, die freundlich lächelnd an ihrem Glas nippen, fotografieren und die fremden Gestalten bestaunen, die ihre Stadt erobert haben. Dann machen wir uns auf die Suche nach dem Völkerschlachtdenkmal. Wie immer, erhalten wir von einem Eingeborenen freundliche Auskunft. Schleifen noch etliche andere Orientierungslose Gothics mit uns, um uns dann endlich wieder, dem einzigen sexuellen Vergnügen unserer armseligen Existenzen hin zu geben. Der Leibesvisitation!
Gerade beenden IN THE NURSERY ihren Auftritt, von dem wir so nicht all zu viel mit bekommen, aber das Wenige hat mich durchaus überzeugt. Schöne, weibliche Stimme, elektronische Melodien und ein Rhythmusgeflecht aus Schlagzeug und mehreren Percussionselementen.
Dann gibt es eine längere Umbaupause.
Immerhin, müssen ein Schlagzeug, ein Keyboardset, vier Stühle für Cellisten aufgestellt werden. Diverse Gitarren werden gestimmt. Nach einiger Verspätung geht es dann endlich los. Uwe Haßbecker greift zur Violine, das elegisch, traurig, schöne Intro von "Bataillon D'Amour" erklingt und WITT betritt die Bühne... Umhüllt von einem goldenen!!! Mantel, zeigt sich der inzwischen nicht mehr ganz so junge Joachim Witt, als gut gelaunter Entertainer. Seine Ansagen zwischen den Titeln, sind witzig, gekonnt, schlagfertig, gegenüber einer Gruppe im Publikum, die ihn offensichtlich immer wieder provoziert... Der Sound ist perfekt.
WITT ist ein Showtalent, und die Musiker sind in Höchstform. Besonders beeindruckt hat mich das Zusammenspiel von Richie Barton und Uwe Haßbecker, den beiden ehemaligen SILLY Musikern. Man konnte die Energie zwischen den Beiden förmlich spüren. Die Verbundenheit zweier alter Freunde, die WITT fast die Show stehlen. Haßbecker verwendet in der dreiviertel Stunde, die das Konzert dauert, neben der Violine DREI Gitarren.
Die Titel sind gemischt aus "Bayreuth 1 und 2" und natürlich darf als letztes "Die Flut" nicht fehlen. Obwohl ich es immer wieder schade finde, das PETER HEPPNER nicht mehr mit singt, da WITTS Gitarrist einfach nicht die Stimme hat...
René will unbedingt das Völkerschlachtdenkmal sehen, Sandra zurück zum AGRA da sie zu VELJANOW will.
Also verlassen wir erst einmal den Bereich, bringen Sandra zur Straßenbahn und René zeigt sich völlig beeindruckt von dem Monument. Fast sprachlos. Eine weitere Leibesvisitation!!!
Geil.
LES TAMBOURS DU BRONX
Nach einer weiteren Umbaupause, erscheinen ca. 12 junge Männer mit freien Oberkörpern, die auf Ölfässern herum trommeln. Das ganze ist sehr wild, treibend und im synchronen Zusammenspiel perfekt. Auch wenn ich es nicht länger als eine halbe Stunde hören könnte.
Wir versorgen uns mit Getränken und etwas zu essen. Wie überall auf dem WGT gibt es hier lauter Buden, mit Pilzpfanne, Gyros, Bratwurst und, und, und... Es ist inzwischen dunkel.
Der Mond steht wolkenverhangen über dem mystisch angehauchten Denkmal. Davor die Bühne.
Die perfekte Kulisse für...
LEIBACH
Die Slowenen sind wieder da! Und wie!!!
Nach einem quälend, zähen Intro, entern die vier Mitglieder des Kollektivs die Bühne und starten nach jahrelanger Abstinenz zum "FINAL COUNTDOWN". Der Sound ist bombastisch, Elektro, HeavyMetal, Chöre, Orchester vermischen sich zu dem LAIBACH typischen Klangerlebnis, dem Sänger Ivan immer wieder die Krone aufsetzt. Mit gestutztem Bart, Budjonnie Mütze und freien Oberkörper, breitet er die Arme aus und läßt sein unvergleichliches Organ über den weiten Platz erschallen.
Eine Stimme die selbst RAMMSTEIN meilenweit hinter sich läßt. René ist beeindruckt. Er hat die Slowenen vorher noch nie gesehen. Nichts Neues von der Front!
LAIBACH spielen Stücke von der "NATO" und der "JESUS CHRIST SUPERSTAR", aber das verdammt perfekt und so, als wären sie nie weg gewesen. Es lebe der NSK STAAT!!
Dieses Konzert hätte keine passendere Kulisse haben können. Und das Völkerschlachtdenkmal kein besseres Konzert.
LAIBACH feiern MONUMENTUM und die Bürger des ersten globalen Staates... Nur der Regen stört!
Er beschert uns unzählige Schirme welche die Sicht verdecken und uns somit doch zum Frühzeitigen Aufbruch zwingen.
Außerdem steht dahinter die Idee, den Massen nach Abschluß des Abends zu entkommen und nicht in einer überfüllten Straßenbahn zurück zu fahren. Ein Gedanke den leider auch ca. zweihundert Andere hatten. Wir quetschen uns in eine Straßenbahn, von der ein Mann in orangefarbenen Klamotten behauptet, sie würde zum AGRA Gelände fahren.
Was aber von einer sympathischen Frauenstimme, Marke Domina, auf halber Strecke mit den Worten: "ENDSTATION ALLES RRRRRRRRRAUS!!!!!!" widerlegt wird. Gehorsam und friedlich wie die "schwarze Familie" nun mal ist, befolgen wir die militärische Anweisung und warten geduldig im Dauerregen auf den richtigen Zug.
Die folgende Bahn wird noch voller. René macht den Vorschlag, nächstes Jahr auch Eventbahnen einzusetzen. Schwarz natürlich, mit Patschoulieduftsprenklern, verhüllten Fenstern und Schwarzlicht...
An der AGRA ist er es, der "ENDSTATION ALLES RRRRRRRAUS!!!!!" brüllt, was auch hier prompt befolgt wird. Ich habe langsam Bauchschmerzen vom Lachen und sehne mich nach einer gepflegten Trauerstunde der Marke Weltschmerz. Im Wohnmobil angekommen, lauschen wir den drei Frauen, die in seltener Einheit von VELJANOW schwärmen und gehen irgendwann ins Bett.
René erklärt vor dem Einschlafen, dass er Morgen Manson eins auswischen wird, in dem er vor ihm erwacht...


Sonntag 03.06.01

Unsere Nachbarn waren diese Nacht ruhig. Ob es an der Kälte, dem Regen oder der doch einsetzenden Vernunft lag, wir wissen es nicht! Aber es ist egal. Wir bekommen ein paar Stunden, erholsamen Schlaf und das ist wichtig. Kaffee, seliges Dahindösen, Zigaretten... Der Tag beginnt in Ruhe.
Mal abgesehen von dem Typen der über den ganzen Zeltplatz schreit:
"Ihr habt doch alle gefickt!" und "Ihr habt doch alle ne Laufmasche!"
Gegen Mittag machen wir uns auf zur Parkbühne.
René liest in der Straßenbahn zwei Leuten einige meiner Gedichte vor und stellt mich auch noch als Autor vor. Ich könnte ihn erschlagen und versuche nicht zum ersten Mal in meinem Leben, ob es irgendwie eine Möglichkeit gibt, sich in Metall oder Beton einzugraben.
Wir setzen Cindy in der Nähe des Hotels ab, wo sie sich mit dem Rest von ILLUMINATE trifft. Bepackt mit einer riesigenTasche, in der ihre Bühnenutensilien verstaut sind, um sich pünktlich ACHT!! Stunden vor dem Auftritt einzufinden.
Wieder sind es nette Leipziger Einwohner, die uns geduldig und freundlich durch die Stadt delegieren, so das wir wohlbehalten ankommen. Leibesvisitation.
Vor der Parkbühne ist es noch recht übersichtlich. Die Leute sitzen, liegen und dösen herum. Nur ein paar stehen oder tanzen sogar. Die Sonne scheint.
Die Atmosphäre ist entspannt.
Auf der Bühne spielen ASP gerade den letzten Teil ihrer Show. Beeindruckend.
Sauber gespielt mit einer guten Liveband, präsentiert der Sänger das Material seines bisher einzigen Albums.
Die Titel pendeln wohltuend zwischen Tanzbarem, Gitarrenattacken und melancholisch, traurigen Passagen hin und her.
Danach gibt es die FADING COLORS aus Polen.
Nein es stört mich nicht das sie mit einem DEPECHE MODE Cover beginnen... Die Stimme der Sängerin ist auch Klasse...
Aber ich finde die Mischung aus ruhigen AmbientHouseRythmen und Synthiepop einfach langweilig.
René und ich beginnen wieder "Stolzes Herz" Flyer zu verteilen. Zur Feier des Tages trage ich ja auch ein SH Shirt.
Während ENDRAUM spielen schlafe ich in Jacken gebettet, auf dem Steinboden ein.
Die Musik ist mir zu anstrengend und eintönig.
Sprachgesang mit komplizierten Texten, verhüllt in atonale, düstere Elektronik... zu Hause im CD Player in der richtigen Stimmung vielleicht o.k. Aber nicht am Nachmittag wenn die Sonne scheint.
Während der nächsten Umbaupause verteilen Nicola und Olli Gedichtebändchen von mir, während René und ich, uns vor dem Eingang zum benachbarten Biergarten postieren um unsererseits Flyer unter die Leute zu jubeln. Es ist schon witzig.
Ich kenne es eigentlich nur so, das man die Flyer entweder sehr genervt, oder gar nicht annimmt.
Hier schaut jeder freundlich, lächelt...
SANGUIS ET CINIS beginnen.
EveEvangel betritt die Bühne mit einer E-Gitarre in der Hand und den Worten:
"Hey! We are a fucking Rock'n'Roll Band!" Worauf er die Gitarre wegschmeißt. Das fand ich ganz witzig!
Doch das war's dann auch schon!!
Ich mag ihre neue CD wirklich.
Doch live sind sie einfach schlecht!
Die Gitarren laut und dreckig, übertönen den Gesang, und das Outfit, die "Show" des Sängers kommen mir irgendwie hölzern, eckig, wie gewollt und nicht gekonnt vor. Kein Charisma.
Als dann Celine Cecilia Angel ihre Stimme zu "Isabell" ertönen läßt, verlassen René und ich fluchtartig das Areal.
Und nicht nur wir.
Es ist, als würde in Dresden eine kaputte Sirene nach der Feuerwehr rufen. Tut mir leid...
Wir spazieren durch den Park.
Ich bewundere die geordneten Massen, welche brav auf den Wegen zur Parkbühne strömen und eine friedliche Schlange vor dem Eingang bilden. Auch hier sind einige "Normale" dabei, die wie immer, freundlich interessiert schauen.
Ich frage mich nur ob wir je wieder reinkommen, bei dem Andrang...
Wir wandern einige Augenblicke durch den Park.
Beobachten die Leute, schwatzen...
Auf dem Rückweg passiert etwas sehr skurriles.
Die Schlange vor dem Eingang zur Parkbühne ist noch länger, breiter und größer geworden, so das mir schon schlecht wird. Das seltsame ist nur, dass die Parkbühne, dicht nebeneinander zwei Eingänge hat, und an dem Anderen nur fünf! Leute stehen!!!
Ich verstehe die Grufties manchmal nicht! Liegt es daran, dass sie nur nach unten schauen?
Vielleicht nimmt sie auch mal einer an die Hand und zeigt ihnen den Weg...
Drinnen sind inzwischen CHRISTIAN DEATH auf der Bühne.
Ich muß leider zu geben, das ich einer von denen bin, die dieser Band seid dem Tod von Roth Williams keine Chance mehr geben.
Sie sind laut, dreckig, wütend, growlend und erinnern mich vom Sound her irgendwie an SONIC YOUTH.
Es gefällt mir nicht. Nicht der Wechsel zwischen female und male vocals, nicht die schrammenden Gitarren, nicht die wütenden Ansagen, nichts...
Ich verziehe mich in den Biergarten, was aber schon recht schwierig wird, da die Security offensichtlich wild entschlossen ist, alle vor dem Eingang wartenden herein zu lassen.
Es wird immer voller.
Als es auf der Bühne wieder ruhiger wird, begeben wir uns zurück. Drängeln uns durch die Massen, denn jetzt ist es richtig voll.
Alle warten nur auf das Eine.
DAS ICH!
Und sie kommen.
Umjubelt und gefeiert, als die Helden, die das letzte WGT entscheidend mit gerettet haben, Stefan Ackermann in Höchstform. Das kleine böse Teufelchen, der Zombieharlekin, der mit seiner Stimme und seinen Bewegungen perfekt zu unterhalten weiß.
Aus den Boxen dröhnt der harte tanzbare Sound, und trotz des einsetzenden Regens, beginnt die Menge zu kochen.
Alle tanzen und singen mit.
Stefan begrüßt die Menge mit einem: "Hallo meine Familie!!!" und das ist genau das was ich auch schon seid drei Tagen im Kopf habe.
UNSERE FAMILIE!!
Leider zwingt der Regen wieder etliche "Weicheier" dazu den Schirm aufzuspannen, was uns das Erlebnis eines Hörspiels bringt, was ja gerade bei DAS ICH nicht so toll ist.
Bruno Kramm meint dazu, dass sie es sich wahrscheinlich mit Gott verscherzt haben, wegen dem Titel "Gottes Tod."
Egal! Wir feiern.
Einige kommen auf die geniale Idee, die Dixieklos zu erklimmen und von dort oben die Aussicht zu genießen. Da sich diese auch noch unter dem Dach befinden, ist man dort sogar trocken.
Das ganze wird nach einer halben Stunde, von nur EINEM!! Ordner lächelnd beendet und man folgt ihm.
Wieder ein Beweis wie friedlich die Grufties sind, und ich mag sie dafür um so mehr.
DAS ICH lassen ihren Gig fließend in den folgenden übergehen, das sie ihren letzten Titel zusammen mit ILLUMINATE spielen.
Das ist eine schöne Idee. Es wird fotografiert, denn möglicherweise haben solche Bilder eines Tages Seltenheitswert, was wohl nicht so sehr daran liegen dürfte, dass es Cindys letzter Auftritt bei ILLU ist. (Hab ich von deren Homepage!!)
Auch für den ersten Titel von ILLUMINATE bleibt noch Bruno Kramm mit auf der Bühne, und dann ist alles wie gehabt.
ILLU sind kitschig, poppig, tanzbar, verträumt und GUT.
Aber es regnet immer mehr, und ich weiß nicht ob deswegen so viele Leute die Parkbühne verlassen.
Eine Zeitlang versuche ich noch mit offener Lederjacke, durch die Reihen zu spazieren und mein "STOLZES HERZ" T-Shirt zu präsentieren...
Aber es war leider zu naß und zu kalt.
Schade!
Ich hatte es Olli versprochen. Eigentlich wollten René und ich sogar noch während des Konzertes Flyer verteilen.
Aber wir treten den Rückzug an.
Trotzdem schöne Grüße von hier an all die seltsamen Illu-Fans auf der Bandeigenen HP. Ihr wißt welche ich meine....
Wir fahren erst einmal wieder zum Bahnhof, etwas essen, Kaffee trinken, auf Toilette gehen, dass übliche Programm halt.
Und immer wieder das Klingeln, die Schwarzen. Nicht einmal eine Gruppe von Technokids schaut uns irgendwie blöde an, als wir sie nach einem Zigarettenautomaten fragen.
Wir fahren zurück zum AGRA und noch mal in die Halle mit den Verkaufsständen. Es ist unser letzter Abend, und ein paar Souvenirs müssen sein. Ich kaufe mir ein silberfarbenes Ankh am Lederband und René ein paar Glöckchen für die Schuhe, und ein umgedrehtes Kreuz. Um die Leute in seinem Heimatort noch weiter zu schocken.
Ich erkläre ihm das dieses Glöckchen tragen "Ich will ficken!" bedeutet, und nur der rechte oder linke Schuh über die sexuelle Ausrichtung aufklären soll. Ich hätte es nicht tun sollen.
Natürlich läßt er es sich nicht entgehen, einige darauf hin anzusprechen... Auch dieser Abend neigt sich dem Ende.
Die anderen im Wohnmobil schlafen schon fast, was René aber schnell beendet. Es gibt noch ein paar Zusammenfassungen der Ereignisse, die Idee später eine "Stolzes Herz Salami" zu verkaufen.... Im Stück oder in Scheiben?... Denken sie mein Hintern ist eine Spardose?....
Dann fallen alle in einen tiefen Schlaf aus dem uns eigentlich so gegen sieben der Wecker reißen sollte...


Montag 04.06.01

Als ich die Augen aufschlage ist es 10.00Uhr.
Eigentlich wollte Oliver schon vor einer Stunde weg sein, aber so, gibt es noch einen ganz relaxten Kaffee, dann werden die Sachen gepackt, einigermaßen Ordnung geschafft... Und anderthalb Stunden später, fahren wir vom Zeltplatz. Am Bahnhof verabschiede ich mich von der Bande, steige in meinen Zug nach Berlin, mit einer Träne im Auge und möchte nur eines sagen:
"Es war eines der geilsten Wochenenden seit langem. Danke den Veranstaltern, danke den Teilnehmern und vor allem Danke an Leipzig und seine Einwohner. So etwas tolles wie Euch habe ich in KEINER Stadt erlebt."

Bis nächstes Jahr!!!

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